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UNI Europa: "Real Say, More Pay" oder "Mehr Lohn durch echte Mitbestimmung"
Dabei geht es neben kollektiven Maßnahmen und Tarifverhandlungen auch um gleichen Zugang und gleiche Behandlung am Arbeitsplatz. Gleiche Bezahlung ist dabei nicht nur ein "Frauenthema", sondern eine Frage von Fairness und wirtschaftlicher Gerechtigkeit, die alle betrifft. Die Frauenkonferenz verstärkte die Bemühungen um die Förderung von jungen Arbeiterinnen, die Beseitigung von Gewalt und Belästigung, den Schutz der Gesundheit sowie die Sicherheit und Arbeitsbedingungen von Frauen.
Am Ende wurden die regionalen Vertreterinnen im Europäischen Frauenausschuss gewählt. Die Region V, das sind Österreich, Schweiz und Deutschland, wird künftig in Deutschland von den gewählten Vorsitzenden Alexa Wolfstätter (ver.di) und Renate Wapenhensch (IG BAU) vertreten. Carol Scheffer (CWU) aus Irland wurde einstimmig als Präsidentin des UNI Europa Frauenausschusses wiedergewählt.
Zur anschließenden Europa-Konferenz kamen über 600 Gewerkschafter*innen aus ganz Europa zusammen, um eine stärkere Gewerkschaftsbewegung aufzubauen und den Kurs von UNI Europa in den Dienstleistungsgewerkschaften für die nächsten fünf Jahre festzulegen. Vertreten war die IG BAU durch Ulrike Laux, Zeynep Bicici und Renate Wapenhensch. Als Beobachter*innen waren dabei: Kollege Hendrik Wolters sowie die ehrenamtlichen Kolleginnen Stephanie Wlodarski und Gabriele Knue.
Ein Teil der Konferenz befasste sich mit der entscheidenden Rolle der Gewerkschaften bei der Förderung der Solidarität, der Wahrung der Demokratie und der Bekämpfung der extremen Rechten. Die IG BAU Delegation sagte dazu, dass gerade Frauen mit Migrationsbiografie in der Arbeitswelt doppelt diskriminiert werden und dass Sexismus und Rassismus sich gegenseitig verstärken, was nicht länger hinzunehmen ist. Es sind Gewerkschaften und Betriebsräte, die sich mit aller Macht gegen solche Angriffe stellen müssen, denn Antifeminismus und Rassismus sind Angriffe auf die gesamte Arbeitnehmer*innenbewegung. Eine Ausgrenzung und Reduzierung auf ihre Herkunft schwächt alle Gewerkschaften. Eine solche Spaltung darf nicht hingenommen werden!
Ein weiterer Punkt konzentrierte sich rund um Tarifverhandlungen: wie diese durch Organisierung des europäischen sozialen Dialogs und der Zusammenarbeit mit multinationalen Unternehmen, sowie durch Einflussnahme auf die EU-Politik, gestärkt werden können. Zeynep Bicici, die gewählte Präsidentin Property Services Europa, sagte in ihrer Rede, dass der Blick auf die Gebäudereinigung, die oft unsichtbaren Beschäftigten, die unsere Krankenhäuser, Schulen und Büros sauber halten, zeigt, dass es Zeit ist, diese Kolleginnen und Kollegen aus der Anonymität zu holen.
Ihre Arbeit findet oft in Randzeiten statt und meist unter schlechten Bedingungen. Damit sie sichtbar werden, bessere Arbeitszeiten erhalten und dabei gesund bleiben, setzen wir uns für die Tagesreinigung ein. Die Kolleg*innen, die täglich für die Gesundheit der Gesellschaft sorgen, müssen von ihrem Einkommen leben können und dürfen auch im Alter nicht auf Sozialhilfe angewiesen sein.

Auf Einladung des Arbeits-und Sozialministeriums arbeitet die IG BAU – als zuständige Gewerkschaft für die Gebäudereinigung – mit dem Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks zusammen. Wir entwickeln gerade eine Sozialpartnervereinbarung und eine Charta, um Themen wie zum Beispiel Tagesreinigung und die Bedingungen der Reinigungskräfte in die politische und öffentliche Debatte zu bringen. Eine unabhängige Studie, um die Rahmenbedingungen und Arbeitszeiten in der Reinigung zu ermitteln, hat gezeigt: Wir müssen handeln!
Aber nicht nur in Deutschland treiben wir Veränderungen voran. In ganz Europa arbeiten wir mit den Property-Services-Branchen zusammen, um die sozialen Standards zu verbessern. Ohne unser Engagement wäre es nie so weit gekommen, dass EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen die Vergaberichtlinien überhaupt auf den Tisch bringt!